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Landwirtschaft auf den Punkt gebracht

Auf Einladung der ÖDP im Landkreis Günzburg referierte in Niederraunau Krimhilde Dornach aus Weißenhorn das Thema „Deine, meine, unsere Zukunft – Landwirtschaft auf den Punkt gebracht“.

Auf Einladung der ÖDP im Landkreis Günzburg referierte in Niederraunau Krimhilde Dornach aus Weißenhorn das Thema „Deine, meine, unsere Zukunft – Landwirtschaft auf den Punkt gebracht“. Die Kreisvorsitzende Gabriela Schimmer-Göresz machte in ihrer Begrüßung deutlich, dass die ÖDP schon sehr lange die Sorge um den Niedergang der bäuerlichen Landwirtschaft umtreibt. Sie zitierte aus dem Presseartikel über eine bereits im Oktober 1997 angesetzten Podiumsdiskussion und zeigte sich enttäuscht, dass es in den letzten 23 Jahren nicht gelungen ist, die schon damals prekäre Situation der Bauern zu verbessern und von der Politik veränderte agrarpolitischen Rahmenbedingungen zu erzwingen. Im Gegenteil. Es ist trotz vollmundiger Bekundungen die Situation in der Landwirtschaft durch eine falsche europäische Agrarsubventionspolitik weiter verschärft worden. „Unsere Bauern wurden dem Weltmarkt zum Fraß vorgeworfen und in eine Gegnerschaft mit dem Verbraucher und dem Naturschützer gedrängt“, so die ÖDP-Kreisvorsitzende.
Krimhilde Dornach zeichnete anhand gut recherchierter Information nach, wo das Dilemma der Landwirtschaft liegt. Bauern seien nur mehr Durchlauferhitzer für eine Agrarindustrie, die am Landwirt verdiene, während der Bauer mit Preisen für seine Produkte abgespeist werde, die zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel sind. Besonders fatal in diesem Zusammenhang sind, so Dornach, die Lobbyverflechtungen insbesondere des Bauernverbandspräsidenten Rukwied. Der Trend der Hofaufgaben werde sich unter der jetzigen Landwirtschaftspolitik fortsetzen. Die neue Düngeverordnung und nicht zuletzt das Artenschutz-Volksbegehren hätten das Fass zum Überlaufen gebracht. Weil wir im selben Boot sitzen, es um unser aller Zukunft geht und Landwirt, Verbraucher, Natur- und Tierschützer natürliche Verbündete und keine Gegner sind, rief Dornach zu Solidarität und der gemeinsamen Suche nach Lösungen auf.
Zu allererst müssten die Steuergelder, die an die Landwirtschaft in Millionenhöhe fließen, von der Fläche (1. Säule) ent- und an Gemeinwohlleistungen gekoppelt werden. Es brauche andere Schwerpunkte in der landwirtschaftlichen Ausbildung und wieder eine auf die Fläche bezogene Herdengröße. Ziel müsse sein, zu einer regionalen Partnerschaft zwischen Erzeuger, verarbeitendem Handwerk und Verbraucher zu kommen, um die Wertschöpfung vor Ort zu sichern und so widerstandsfähig gegenüber einem ausbeuterischen Weltmarkt zu werden. Die Politik müsse mit Steuern regulieren und so dafür sorgen, dass Preise die ökologische Wahrheit aussagen. Es gebe ausreichend Alternativen zur gängigen Praxis, man müsse nur der Politik den nötigen Druck machen und sich nicht mehr blindlings den Freihandelsabkommen und anderen Hemmnissen ausliefern. Der Preis, der derzeit für diese verfehlte Landwirtschaftspolitik gezahlt werde, sei zu hoch. Es werde vor allem die Bodenfruchtbarkeit zerstört und in das Ökosystem zum Nachteil aller eingegriffen.
In der teils aufgeregten aber konstruktiven Diskussion war Konsens, dass keine Zeit mehr zu verlieren sei. Weiter Informationen unter www.agrarwende-jetzt.de


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