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Konsum und Klimawandel – Was kann ich tun?

Die Ökologisch-Demokratische Partei, ÖDP, konnte für den informativen und aufrüttelnden Vortrag „Homo consumens – Was mein Konsum mit dem Klimawandel zu tun hat“ Dr. Maiken Winter, Mitarbeiterin der Verbraucherzentrale Bayern, gewinnen. Da 31 Prozent der Pro-Kopf-Treibhausgase in Deutschland durch unseren Konsum verursacht werden, sei die Frage „Was kann ich tun?“ wesentlich für den Klimaschutz und verlange nach ehrlichen Antworten.

Im Online-Vortrag lieferte Dr. Winter zunächst Fakten zum Konsum, unter dem der Verbrauch von Gütern, Lebensmitteln und Energie, unsere Mobilität und anderes mehr verstanden wird. Vielfach, so die Referentin, diene das Konsumverhalten als Statussymbol oder als Ersatzbefriedigung. Längst sei unser Konsum nicht mehr nachhaltig. Wir verbrauchen mehr Ressourcen und erzeugen mehr Müll, als auf der Erde nachwachsen und abgebaut werden können. Es sei nicht mehr zu leugnen, dass Konsum entlang der gesamten Lieferkette negative Auswirkungen wie Naturzerstörung, Ressourcenverbrauch, Konflikte, soziale Ungerechtigkeit und Klimawandel verursache.

Dr. Winter gab zunächst den Rat, den eigenen CO2-Fußabdruck (www.uba-co2-rechner.de) (*) zu errechnen, um zu erkennen, wo besonders großer individueller Handlungsbedarf besteht. Der Fußabdruck zeige, wie viele Klimagase durch bestimmte Bereiche verursacht werden. In Deutschland beispielsweise verursacht ein Mensch im Durchschnitt 10,8 t CO2eq, was der Füllmenge von ca. 2,3 Mio. Luftballons oder dem Gewicht von zwei Elefanten entspreche. Um eine globale Erwärmung um mehr als 1,5 Grad zu vermeiden und dadurch die Wahrscheinlichkeit klimatischer Kipp-Punkte möglichst gering zu halten, dürfe die Menschheit noch maximal 290 Gigatonnen CO2eq emittieren. Doch schon jetzt ist die Wahrscheinlichkeit einer Klimakatastrophe mit etwa 33% beunruhigend hoch, so die Referentin. Lege man die derzeit pro Jahr emittierte Menge von etwa 42 Gigatonnen zugrunde, bedeute dies, dass in weniger als 7 Jahren das Budget aufgebraucht ist, wenn Emissionen nicht drastisch verringert würden. In Deutschland ist das Budget in 3 Jahren aufgebraucht – wenn es gerecht an alle Erdbewohner aufgeteilt würde. Die Referentin fordert adäquate Maßnahmen der Politik und mahnt zur Eile. Aber nicht nur die Regierungen seien gefordert, sondern auch jeder einzelne Mensch.

Dr. Winter benannte einige Punkte des Konsums, die Jeder sofort machen kann: regional, ökologisch, saisonal und fleischarm ernähren; Lebensmittelabfälle vermeiden; Neukauf minimieren und stattessen reparieren, tauschen und leihen; Gelder nachhaltig anlegen; das Fliegen aufgeben; das Auto abschaffen; Wohnraum verkleinern und Prioritäten setzen. Ein dermaßen verantwortlicher Konsum mache Freude, spare Geld, befreie von Stress, mache das Leben einfacher und erfüllter. Die Welt wäre eine andere, wenn alle nicht nur reden, sondern auch entsprechend handeln würden und zwar sofort. 

Die Referentin ging am Ende noch auf Blockaden für effektives Handeln ein: Verlustangst, Abwehrhaltung, Herdentrieb, Zuschauereffekt, unrealistischer Optimismus bis hin zum Wunsch nach Spaß und individueller Freiheit würden das mangelnde Wissen, was getan werden kann, begleiten. Dr. Maiken Winter rät: „Wir müssen den Glauben an mangelnde Selbstwirksamkeit überwinden, weil wir es können, weil wir stark genug sind, an der überlebensnotwendigen Änderung mitzuwirken.“

*(Der CO2-Fußabdruck zeigt, wie viele Klimagase durch bestimme Bereiche, z.B. Produktion und Gebrauch von Produkten, verursacht werden, ausgedrückt in CO2-Aquivalenten. CO2eq in Kilogramm, Tonnen oder Gigatonnen)

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